Irgendwie bin ich mir nicht so ganz sicher, was ich von diesem neuen Trend halten soll: Durchsichtige Taschen haben letzte Saison die Lauftstege der Welt erobert und sind momentan in den verschiedensten Variationen erhältlich. Nehmen wir zum Beispiel die Rockstud-Linie von Valentino, die sich nun schon seit etwas mehr als zwei Jahren in der Modeszene durchgesetzt hat und jede Saison in neuen Farben aufgelegt wird. Seit einigen Wochen nun lächelt mich in verschiedenen Online-Shops (z. B. Mytheresa oder Stylebop) eine durchsichtige Version aus PVC an, deren Preise im selben Rahmen wie die Ledervariante liegen. Ja, der Preis für ein an und für sich wertloses Stück Plastik (mit ein paar wenigen Lederdetails, wohlgemerkt) soll genauso so hoch sein wie für eine vergleichbare Tasche aus Leder.
Nun gut, bei Designertaschen zahlt man zum größten Teil natürlich immer fürs Design und den Namen, und ich muss gestehen, dass ich die die transparente Version sogar sehr gelungen finde. Ehrlich gesagt sogar so gelungen, dass ich darüber nachgedacht habe, sie mir vielleicht zu bestellen… Denn im Online-Shop und auf den Laufsteg-Bildern sieht das kleine Täschchen wirklich sehr hübsch aus. Aber wie soll dieses Produkt auch nur einigermaßen alltagstauglich sein? Ich meine, was ist, wenn ich sie abends mitnehme und mit Lippenstift, Taschentüchern, einem Puder, Kaugummis und Geld belade - sieht es dann nicht ein wenig komisch aus, wenn der gesamte Inhalt der Tasche sich gleich auf den ersten Blick offenbart? Von Hygieneartikeln für Damen möchte ich erst gar nicht anfangen. Und kann das noch Mode sein?